Worum geht es beim Forschungsprojekt

Grüne Finger?

 

 

Erdbeeren anbauen, kühle Luft für die Stadt im Sommer, Platz zum Spazierengehen, sich Begegnen und Spielen – das sind nur einige von vielen Funktionen der Grünen Finger in Osnabrück. Insgesamt zehn Grüne Finger prägen als große Grün- und Freiräume das Landschaftsbild der Stadt. Sie übernehmen wichtige Funktionen für das Stadtklima, werden jedoch nicht als zusammenhängendes Freiraumsystem erkannt. Die Grünen Finger sind angesichts des Flächendrucks, mit unterschiedlichen Nutzungsbedürfnissen, nicht ausreichend vor Bebauung oder Zerschneidung geschützt und in Entwicklungspläne eingebunden.
Im Projekt werden Konzepte erarbeitet, um Osnabrück besser auf zukünftige Klimaveränderungen vorzubereiten und die Stadt durch die Grünen Finger „klimaresilienter“ zu machen. Das gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Hochschule und der Stadt Osnabrück tritt dabei mit sehr unterschiedlichen Akteursgruppen in einen Dialog, z.B. mit LandwirtInnen, PolitikerInnen und AkteurInnen aus der Zivilgesellschaft. Gemeinsam sollen neue Ideen entwickelt und die Funktionen und Qualitäten der Grünen Finger zum Stadtgespräch gemacht werden.

Maissaat am Grünen Finger Westerberg © HS Osnabrück: Hubertus von Dressler

Wer arbeitet am Forschungsprojekt Grüne Finger?

 


Die Hochschule Osnabrück und die Stadt Osnabrück arbeiten gemeinsam an den Grünen Fingern. Das Team der Hochschule besteht aus sieben ProfessorInnen und fünf wissenschaftlichen MitarbeiterInnen der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur. Das Team der Stadt besteht aus drei MitarbeiterInnen des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz.

Mehr dazu auf der Seite Kooperationen.

Beteiligungsmöglichkeiten bei der Auftaktveranstaltung des Projektes © HS Osnabrück: Hubertus von Dressler

Was kommt dabei heraus?

 

 

Konkret wird eine Raumanalyse durchgeführt und ein Entwicklungskonzept für die Grünen Finger erarbeitet, in dem neben einem soziokulturellen Wandel auch innovative Anbausysteme für die lokale Agrarwirtschaft eine Rolle spielen. Die langfristige Wirkung, die das Projekt durch die Einbeziehung von Politik, Verwaltung, und Stadtbevölkerung erzielen wird, lässt sich jedoch nicht vorhersagen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse – auch auf die Zwischenergebnisse, die zum Beispiel im Rahmen von Wahrnehmungswerkstätten und Walks gemeinsam mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen erarbeitet werden.

Beteiligungsmöglichkeiten bei der Auftaktveranstaltung des Projektes © HS Osnabrück: Hubertus von Dressler

Was kann das Projekt nicht leisten?

 

 

Das Projekt liefert Analysen und Konzepte und damit gute Argumente für eine nachhaltige Entwicklung. Es kann aber nicht sicherstellen, dass die Grünen Finger dauerhaft unverändert erhalten bleiben und es kann auch nicht alle Konflikte lösen, die in den Grünen Fingern be- oder entstehen.

Am Rande des Grünen Fingers Schölerberg © HS Osnabrück: Hubertus von Dressler

Wie sieht der Zeitplan aus?

 

 

Um eine zukunftsfähige Entwicklung mit gesamtstädtischer Perspektive für Osnabrück zu ermöglichen, wird das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Produktiv. Nachhaltig. Lebendig. – Grüne Finger für eine klimaresiliente Stadt“ schrittweise entwickelt. Von November 2018 bis Oktober 2021 erarbeitet das Projektteam in drei Phasen Zwischenergebnisse und diskutiert diese mit interessierten BürgerInnen und beteiligten Akteursgruppen.

 

In der ersten Phase (Analyse) wird in Beteiligungsformaten (Walks, Wahrnehmungswerkstätten, Bürgerbeirat, AG Politik, Workshop Landwirtschaft & Gartenbau) bestehendes Wissen und Ideen für die Zukunft gesammelt. Aus den verschiedenen Formaten heraus wird eine Schlüsselpersonengruppe zur weiteren beteiligten Bearbeitung gebildet.

Parallel dazu laufen umfassende wissenschaftliche landschaftsplanerische Raumanalysen. Es werden verschiedene Freiraumfunktionen und Nutzungen zu vier thematischen Schwerpunkten untersucht: Klimaresilienz, Sicherung der Biodiversität, Urbane Produktion und Landschaftserleben und Erholung.

Im agrarwissenschaftlichen Schwerpunkt werden nachhaltige und klimaangepasste Anbaukonzepte entwickelt und mit Kooperationsbetrieben erprobt sowie alternative, regionale Vermarktungswege initiiert.

Diese Untersuchungen werden in der zweiten Phase in Szenarien mit verschiedenen Schwerpunkten zusammengeführt und schlagen entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten vor.

Daraus werden schließlich inhaltliche und räumliche Ziele gemeinsam mit der Schlüsselpersonengruppe priorisiert und konkrete Maßnahmen umsetzungsreif geplant.

PROZESSGRAFIK – Grüne Finger Entwicklung im Prozess © HS Osnabrück: Hubertus von Dressler, Henrik Schultz, Lena Wegmann

Arbeitspakete und Projektzusammenhänge (Fachinformation)

 


Mit dem Projekt „Produktiv. Nachhaltig. Lebendig: Grüne Finger für eine klimaresiliente Stadt“ greifen Stadt und Hochschule Osnabrück die langjährige Problematik der Sicherung dieses städtischen Freiraumsystems auf und bringen dabei neue Impulse aus dem Binnenforschungsschwerpunkt Urbane Agrikultur ein. Das Verbundvorhaben wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Leitinitiative Zukunftsstadt gefördert.

Das Projekt ist darauf ausgelegt, die entwickelten Ansätze auf lokaler Ebene zu verstetigen
und die gewonnenen Erkenntnisse als Transferwissen für andere Städte aufzubereiten.

 

 

Produktiv: Gemeinsam mit landnutzenden Akteuren aus Landwirtschaft und Gartenbau sollen neue, alternative Betriebskonzepte und Vermarktungswege für lokal angebaute Produkte erarbeitet und im Reallabor ausprobiert werden, um die Multifunktionalität der Grünen Finger zu erhalten und die Entwicklungsperspektiven der Agrarbetriebe zu stärken.

 

Nachhaltig: Gemeinsam mit unterschiedlichsten Akteuren soll die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber Klimaveränderungen („Klimaresilienz“) erhöht werden, z. B. durch die partizipative Erarbeitung von Szenarien und Leitbildern und die Durchführung von gemeinsamen Aktionen und Impulsprojekten vor Ort.

 

Lebendig: Ko-kreative Beteiligungsformate, z. B. gemeinsame Raumerkundungen, sollen bei den involvierten Akteuren aus Politik, Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft zu einer möglichst breiten und überzeugten Ownership für den weiteren Transformationsprozess der Freiraumstrukturen führen und ein neues Bewusstsein für die Bedeutung der Grünen Finger fördern.

Ornigramm – Übersicht der Arbeitspakete mit ihren jeweiligen Arbeitsschwerpunkten und Raumbezügen © HS Osnabrück: Hubertus von Dressler, D. Janko

 

AP 1: Koordination & Kommunikation
AP 2: Untersuchung von Freiraumfunktionen und Nutzungen
AP 3: Integration von Planungen und Vorhaben der Stadt
AP 4: Entwicklung und Erprobung flächengebundener Anbausysteme
AP 5: Initiierung flächenungebundener Anbausysteme
AP 6: Beteiligung von Schlüsselakteuren und Öffentlichkeit
AP 7: Entwicklung und Diskussion von Szenarien
AP 8+9: Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen und Projekten

PROZESSGRAFIK – Grüne Finger Entwicklung im Prozess © HS Osnabrück: Hubertus von Dressler, D. Janko

 

Die Grundvoraussetzung für die Erreichung der Projektziele ist ein integriertes, eng abgestimmtes
Vorgehen zwischen Stadt und Hochschule. Die Verbundpartner setzen dabei auf die Zusammenarbeit mit Agrarbetrieben sowie die Einbindung von Zivilgesellschaft und Politik.